Der Weltklimagipfel in Kopenhagen ist im Dezember 2009 ohne verbindliches Ergebnis zu Ende gegangen. Die darin gelegten Erwartungen, globalen Klimaschutz auf ein notwendiges, höheres Niveau zu heben und gegen den Klimawandel wirksame Instrumente zu vereinbaren, wurden dadurch bitter enttäuscht. Die Weltgemeinschaft hat in diesem Moment versagt. Der Klimawandel
Die hauptsächliche Ursache der steigenden globalen Durchschnittstemperatur liegt in der Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes durch menschliches Einwirken. Der menschengemachte Treibhauseffekt entsteht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und durch eine Reihe weiterer Prozesse, darunter die weltumfassende Entwaldung sowie Land- und Viehwirtschaft. Dadurch wird das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2) sowie Methan und Lachgas in der Atmosphäre angereichert. Diese verändern die Zusammensetzung der Erd-Atmosphäre und sorgen so dafür, dass weniger Wärmestrahlung von der Erdoberfläche in das Weltall abgestrahlt werden kann. Bis zum Jahr 2100 wird, abhängig vom künftigen Treibhausgasausstoß und der tatsächlichen Reaktion des Klimasystems darauf eine Erwärmung zwischen einem und sechs Grad Celsius erwartet. Denkbare Folgen sind eine verstärkte Gletscherschmelze, ein steigender Meeresspiegel, ein verändertes Auftreten von Niederschlägen und zunehmende Wetterextreme. Ein „grüner Anstrich“ allein hilft nichtWenn die Weltgemeinschaft leistungsunfähig oder aus wirtschaftlichen Interessen leistungsunwillig ist dem globalen Umweltproblem entgegenzutreten, muss die kleinste politische Einheit, die Kommune, ihre Möglichkeiten identifizieren und nutzbar machen. Kommunaler Klimaschutz ist dabei selbstredend kein Ersatz für eine internationale Klimaschutzliga. Beides muss man als sich gegenseitig positiv beeinflussendes System verstehen, um maximale Ergebnisse zu erreichen. >>> Zur nächsten SeiteDie rot-grüne Bundesregierung (1998 bis 2005) hat erkannt, dass kommunaler Klimaschutz globale Auswirkungen entfalten kann. Durch Maßnahmen wie das 100.000-Dächer-Programm wurde das erste große Klimaschutzprogramm für die kleinste politische Einheit geschaffen – ein Meilenstein für den deutschen Klimaschutz. Dies half mit, dass die zahlreichen Vorurteile gegenüber erneuerbare Energie beseitigt wurden. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass Öko-Strom fast genauso viel kostet wie der Strom aus dem nationalen Energie-Mix? Nicht nur jeder einzelne Verbraucher entscheidet klimabewusst, ganze Kommunen organisieren sich zu Öko-Dörfern (z. B. Bioenergiedorf in Breuberg-Rai-Breitenbach) oder optimieren ihre Umweltbilanzen. Auch Unternehmen wollen vom grünen Image profitieren und gestalten ihre Endkunden-Dienstleitungen und –Produkte so „grün“ wie möglich. Doch dem „grünen“ Kurs fehlt es bisher an Stringenz. Es besteht zwar ein umfangreiches Angebot von Fördermöglichkeiten zum individuellen Einsatz von erneuerbarer Energie (KfW-Kredite, etc.), diese wirken jedoch punktuell und verfolgen keinen ganzheitlichen Klimaschutzplan. |


